27. Januar 2012

Gelerntes

by lukas — Categories: Persönlich, PiratenLeave a comment

Am 19.03.2011wurde ich in den Vorstand der Piratenpartei Niedersachsen gewählt. Ein schöner Tag, wie ich sagen muss. Ich bin ganz ehrlich: Dieses Gefühl nach der Wahl war durchaus befriedigend, war toll, ich fühlte mich großartig. Ein Tag, der nun bald ein Jahr her ist, der mich bis heute begleitet hat, der für mich der Beginn eines großen persönlichen Umbruchs war. Und nun ist meine Amtszeit (fast) zu Ende. Nächste Woche Samstag wird ein neuer Vorstand für die Piraten in Niedersachsen gewählt.

Dann, nach der Wahl, kam die Arbeit. Zu Anfang bestand diese vor allem daraus sich überhaupt erst einmal in die Vorstandsarbeit einzufinden. Ich war vorher noch nirgends Vorstand, hatte kaum Erfahrung mit irgendwelchen Ämtern, hatte nur in geringem Maße Verantwortung übernommen. Ich war bis dahin Basispirat gewesen, hatte ein wenig Erfahrung auf Parteitagen aller Ebenen gesammelt, hatte ein bisschen in Programm- und Satzungsarbeit hereingeschnuppert und eine Weile beim Piratenradio eine kleine Musiksendung gemacht, die “Monday Metal Night”. Es war alles unkompliziert gewesen, einfach, schön. Dies sollte sich nun drastisch ändern. Nicht, dass ich damit nicht gerechnet hatte, mir war, als ich erst den Vorschlag und dann das Amt annahm, völlig klar, dass mich dies eine Menge Zeit und Kraft kosten würde. Mir war auch klar, dass ab sofort nicht mehr alles so einfach sein würde, ebenso wie mir klar war, dass ich von nun an “unter Beobachtung” stand. All das, war mir klar. Aber nicht in vollem Umfang.

Ich brauchte Zeit, mich in den Vorstand einzuarbeiten, vielleicht mehr, als mir eigentlich für meine “Welpenphase” zugestanden hätte. Ich habe Zeit gebraucht um meinen Platz in diesem Vorstand, zu dem unheimlich großartige Menschen gehören, zu finden. Inzwischen bin ich derjenige, der die meisten Mails an den Landesvorstand bearbeitet. Ich bin derjenige, der für Kleinkram einspringt. Und ich habe ein großes Projekt, das mich auch noch weit über meine Vorstandszeit hinaus begleiten wird: Das Volksbegehren gegen Studiengebühren, dass leider immer noch nicht eingereicht ist. Es fehlen noch die Wählbarkeitsbescheinigungen einiger Mit-Initiatoren.

Was nehme ich aus diesem Jahr mit? Viel. Sehr viel. Ich habe in diesem Jahr jede Woche weit über 10 Stunden in die Piratenpartei gesteckt, normalerweise sogar deutlich über 15 Stunden. Ich bin ein Jahr lang morgens aufgewacht und wusste etwas für die Piraten zu tun. Ich bin ein Jahr lang ins Bett gegangen und wusste, was ich geschafft – und was ich nicht geschafft – hatte. Ich bin gereift, ich habe einen tiefen Einblick in Organisation, Strukturen und nicht zuletzt die Piratenpartei und die Politik im Allgemeinen gewonnen. Ich habe nicht viel Kraft gebraucht, sondern unglaublich viel, viel mehr, als ich es mir je hätte vorstellen können. Vorstand der Piraten in Niedersachsen zu sein war eine der anstrengendsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Und eine der schönsten. Es war ein super Jahr, mit und für euch. Ich habe in dieser Zeit viel persönliches durchgemacht, ich habe auch viel für die Piraten durchgemacht, oft viel beides zusammen.

Ich erinnere mich noch gut an den 18.09.2011. An diesem Tag zog die Piratenpartei in Berlin zum ersten mal in ein Landesparlament ein. Ich saß auf dem Sofa und sah gebannt auf den Bildschirm: 8,9%. Ich erinnere mich nicht mehr daran meinen Mund aufgemacht zu haben, ich erinnere mich nur an meinen Freudenschrei, der den Raum erfüllte und an die Tränen, die mein Blickfeld verklärten. Ein wunderbarer Moment, eine Erfahrung, die ich nie mehr in meinem Leben missen möchte. Wir waren drin. Verdammt Lukas, dachte ich mir, diese Sache ist so riesig und du bist ein Teil davon.

Einen sehr ähnlichen Moment erlebte ich noch einmal. Es war der vierte Dezember 2011, ich war, wie noch über 1000 andere Piraten, auf dem Bundesparteitag in Offenbach am Main, besser bekannt als #Offenbings. Lola Voronina von der Piratenpartei Russland trat ans Mikrofon und redete, redete über die Verhältnisse unter denen die Piraten in Russland zu leiden haben, über die schwierige Demokratiesituation mit der sie leben müssen und darüber, wie Deutschland das Flagschiff der internationalen Piraten ist, wie Deutschland ein Vorbild ist, für all die Freiheitskämpfer, die für die Ideale eintrete, für die wir kämpfen, für die manche von uns leben. Und da war es wieder, dieses Gefühl, dieser von Tränen verklärte Blick: Verdammt ist das groß. Verdammt, du bist ein Teil davon. Das ist das beste, was ich je gemacht habe.

Werde ich noch einmal antreten? Werde ich noch einmal für dieses Amt im Landesvorstand kandidieren? Ich weiß es immer noch nicht. Aber ich glaube, ich werde es tun. Nicht, weil es leicht ist, nicht weil es einfach ist und nicht, weil es keine Zeit kostet, denn das wäre alles falsch. Sondern weil es schön ist. Egal was passiert an Dingen, die mich hunderte von Haaren kosten, es ist schön. Es ist schön ein Teil davon zu sein. Ein Teil der Bewegung, die für die Dinge kämpft, die das Leben lebenswert machen. Denn das ist für mich die Piratenpartei. Ein toller Trupp von Kämpfern, die für das kämpfen, was mir am wichtigsten ist: die Freiheit.

26. Januar 2012

Ein Neubeginn

by lukas — Categories: Allgemein — Tags: , Leave a comment

Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Eichhörnchen,

Vielleicht hat der ein oder andere von euch ja bereits in der Vergangenheit in meinem Blog gelesen, damals, in den dunklen Tagen, als ich noch aktiv Krams hier rein schrieb, als die Welt noch jung und ich Ahnungslos war. Zumindest das letzte hat sich kaum geändert, lediglich einiges an Erfahrung habe ich gewonnen und doch gibt es noch viel zu lernen. Das Übliche halt, man mag ahnen, worauf ich hinaus will. Wenn nicht, ist das auch nicht so schlimm.

Jedenfalls hat sich hier einiges verändert, nicht nur das Design. Ich habe beschlossen das ganze Blog neu aufzusetzen und im Zuge dieser Maßnahme ist meine halbe IT Infrastruktur (Mailserver, Webserver, etc.) auf eine neue Hardware umgezogen.

Auch an der Ausrichtung des Blogs möchte ich etwas ändern: Schrieb ich hier bislang auch einiges an Blödsinn und persönlichem Gelaber, so wird sich dieses Blog in Zukunft (zumindest nach meinen jetzigen Plänen) vor allem mit Politik beschäftigen. Ob das so bleibt? Keine Ahnung, aber zumindest ist das mal ein Plan. Alles neu.

Bis hier erstmal: Danke für den Fisch. Euer Lukas.

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